New York - Chesapeake Bay ( September / Oktober 2002)
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Nach unserer Rückkehr aufs Schiff konnten wir den Einbruchschaden begutachten. Auf den uns zugestellten Fotos und gemäss den Informationen erwarteten wir einen kleineren Diebstahl. Aber der Dieb muss mehrere Male eingestiegen sein, denn das geflickte Niedergangsschot war nochmals beschädigt worden. Es fehlten auch sehr viele Sachen: eine komplette Fotoausrüstung mit zwei Apparaten und zahlreichen Objektiven, zwei Feldstecher, Funkgeräte, ein Hand-GPS für die Navigation, unsere über Jahre zusammengetragene CD Sammlung ( ca. 170 CD's), mein Walkman, einzelne Werkzeuge, die grosse Werkzeugkiste und die elektrische Bohrmaschine. Ein Teil der Dinge sind nicht zu ersetzen, da nicht mehr erhältlich oder hier in Amerika nicht zu bekommen. Die Bohrmaschine mit 220V – Anschluss bekommt man hier nicht. Um das Diebesgut abtransportieren zu können hat der Dieb auch unseren grossen Rucksack und einen sehr praktischen festen Sack mitlaufen lassen. Es war noch relativ schwierig die Polizei für den Diebstahl zu interessieren, denn es sei ja niemand verletzt oder ermordet worden.... Endlich hatten wir dann doch das Glück, oder der Betrag der gestohlenen Güter war genügend hoch, dass wir einen Polizeirapport erhielten.

Nachdem dies erledigt und das Schiff wieder eingewassert war, wurde vom Rigger die auseinander gezogene Vorstagschiene ersetzt. Auch das neue Grosstuch wurde angeliefert und wir konnten endlich ans Weitersegeln denken.

Für ersten Segeltag wählten wir bewusst eine kürzere Strecke und segelten (nochmals an der Kulisse von Manhattan und der Freiheitsstatue vorbei) nur bis Atlantic Highlands. Hier konnten wir an einer Boje festmachen und brauchten nicht zu ankern. Dies war gut so, denn die nächsten Tage brachten Sturmwinde und Regenschauer. Ans Weitersegeln war nicht zu denken. Aber wir mussten ohnehin noch auf den Segelmacher warten, denn am neuen Grosstuch brauchte es noch einige Änderungen.

Bei guten Winden segelten wir in Richtung Barnegate light. Der Wind wurde immer noch stärker, dass wir sehr gut vorankamen. Wir entschlossen uns direkt nach Atlantic City zu segeln und die enge Einfahrt von Barnegate light bei diesem starken Wellengang, der sich inzwischen aufgeschaukelt hat-te, zu meiden. Einmal mehr liefen wir bei über 30 kn. Wind in Atlantic City ein. Die nächsten Tage brachten Kälte, Sturmwinde und einen Dauerregen. So blieben wir wieder drei Tage hier, bis das Wetter besserer wurde und wir weiter segeln konnten.

Das nächste Ziel Cape May war uns schon vom Hinweg nach N.Y. bekannt. Doch diesmal wollten wir nicht in einen Hafen und ankerten vorerst. Als uns der Ebbstrom und der Wind in Richtung untiefes Wasser schwojen liess, behändigten wir eine Besucherboje und machten dort fest. So konnten wir in dieser Nacht ohne Ankerkontrollen durch schlafen.

Ab Cape May besegelten wir nun ein für uns neues Gebiet. Bei diesigem Wetter und bedecktem Himmel mussten wir die Delaware Bay aufwärts motoren. Kurz vor der Abenddämmerung erreichten wir unsern Ankerplatz hinter Reedy Island. Friedlich lagen wir die ganze Nacht geschützt vor Wellen hinter der Insel und den vorgelagerten Untiefen. Deren Durchfahrt ist mit einer grünen und roten Stange markiert und in der Abenddämmerung war's recht schwierig, diese Einfahrt sicher zu erkennen.

Am nächsten Morgen verlassen wir unseren Ankerplatz und laufen unter Motor in den C & D- Channel, welcher die Delaware Bay mit der Chesapeake Bay verbindet, ein. Im Kanal darf man nicht segeln. Unter verschiedensten Brücken und Piplines durch fahren wir in diesem künstlich angelegten Verbindungskanal mitten durchs Land. Auf halbem Weg machen wir für die Nacht beim Schaefer's Canal House fest. Wir liegen ungeschützt an einer Längspier und werden von vorbeifahrenden Motorbooten, Lastschifffen geschaukelt. Die erste Hälfte des Kanals ist von Wiesen, Büschen und Bäumen gesäumt, die Ufer der zweite Hälfte sind ziemlich besiedelt. Man sieht riesige Villen und kleinere Ferienhäuser und bei der Mündung des Kanals weitet sich die Landschaft plötzlich. Vor uns liegt die Chesapeake Bay.

Die Chesapeake Bay ist eine riesige Einbuchtung in der Ostküste der USA. In diese Bucht münden zahlreiche grosse Flüsse (48) mit unzähligen Seitenarmen ( über 100) und deren weiteren komplizierten Verästelungen. Von diesen gehen kleinere Buchten ( Creeks) ins Land hinein. So entsteht ein riesiges von Wasser und Land gestaltetes Gebiet ( über 3000 Meilen Küstenlinie), welches wir die nächsten Wochen von Fluss zu Fluss und Creek zu Creek erkunden wollen. Washington DC und Baltimore liegen z.B. an einem Fluss (Potomac River und Patapsco River), welcher in die Chesapeake Bay mündet. Hier in diesem Gebiet landeten die ersten Siedler und trafen auf die indianischen Ureinwohner. Die Flüsse tragen noch indianische , für mich sehr wohlklingende Namen.

Schon beim Einlaufen in die Ch.Bay machen wir mit typischen Hindernissen Bekanntschaft. Hier wird nach Krabben gefischt, d.h. überall schwimmen im Wasser kleine Bojen, angemalte Flaschen usw. und daran hängen dann die Körbe. Wir fahren Slalom, immer jemand von der Crew muss vorausschauen und den Weg weisen, denn wir wollen keine Körbe am Kiel oder in der Schraube haben. Zum Tauchen ist es nicht so gluschtig, das Wasser wäre schön warm und wenig salzig, aber es ist ziemlich braun und hat manchmal auch Quallen. Ich glaube nicht, dass die Farbe nur von Algen stammt.

Den Sassafras River entdecken wir als ersten. Die Ufer sind bewaldet, auf weiten Strecken unbewohnt, manchmal sieht man ein Haus hinter den Bäumen, manchmal einen sehr gepflegten, grosszügigen Landsitz. Wir ankern in einem Creek und geniessen die Ruhe, die Landschaft und das Erwachen der Tierwelt in der Dämmerung. Natürlich erwachen auch die Mücken (und tagsüber sind es die Fliegen) so dass die Mückengitter an den Fenstern und ein Gitter hinten an unserem "Doghaus"uns vor allzu vielen Plagegeistern schützen.

Zwei Tage verbringen wir vor Anker, bis wir uns flussaufwärts in die Marina von Georgetown verhohlen. Hier kann ich wieder einkaufen gehen. Der Weg erweist sich als sehr weit, wir laufen und laufen bei grosser Hitze ¾ Std., endlich sind wir beim Laden. Unser Einkauf ist sehr schwer und eine andere Kundin hat Mitleid mit uns und fährt uns zum Hafen zurück. In solchen Sachen sind die Amerikaner wirklich unkompliziert und super. Wie oft hat uns ein Schiffsnachbar in einem Hafen mit seinem Auto spontan zum Supermarkt, zum Schiffsausrüster usw. mitgenommen, resp. ist extra hingefahren.

Am Morgen hat es jetzt gelegentlich Nebel, tagsüber ist es heiss und nachts wird es recht kühl. Nebel hat auch seinen Reiz: die Landschaft wird fotogen, aber das Auslaufen aus den untiefen Buchten wird erschwert. Da sind wir froh elektronische Seekarten zu besitzen. Auf dem PC wird unser Kurs beim Einfahren in die Karte eingezeichnet, also brauchen wir zum Auslaufen nur dem alten Strich wieder nachzufahren.

Ich sitze am PC im Schiff unten und weise den Rudergänger an, auf welche Seite er steuern soll, so können wir auch die untiefen Stellen beim Einlaufen in Buchten umfahren.

Die Chesapeake Bay hat neben den Krabbenbojen noch eine andere Besonderheit: die geringe Tiefe. Oft sind es nur 5-7 ft ( ca.1,5 bis 2m ) Tiefe und dies nicht nur in den Einfahrten und den Creeks sondern auch unterwegs in Ufernähe oder mal irgendwo. Unser Schiff hat einen Tiefgang von 7 Fuss und wir haben oft einen Tidenhub von 1,5 ft, also rechne und passe auf und lese die Seekarten genau......ist unser Motto.

Unser nächstes Ziel ist Havre De Grace im Susquehanna River.

Hier hat's eine Marina, deren Hafenmeister uns sagt, dass sie genügend Tiefe für unser Schiff hat, also laufen wir ein und machen fest. Wir stellen fest, dass wir noch vor dem Niedrigwasser nur 30 cm unter dem Kiel haben und wahrscheinlich auf Grund stehen werden. Der Hafenmeister beruhigt uns, es sei unten alles nur weicher Schlick. Und wirklich, bei Niedrigwasser steht das Schiff auf dem Kiel, die Wasserlinie am Schiff ist 15 cm oberhalb des Wasserspiegels und wir leben mit leichter Schräg-lage.

Havre De Grace erhielt seinen Namen von General Lafayette, welcher 1782 auf der Durchreise zu einem Treffen mit General Washington eine gewisse Ähnlichkeit mit Le Havre in Frankreich sah.

Leider sind die lokalen Museen seit dem Labour Day nur noch am Weekend offen und wir konnten nicht noch mehr über die Rolle des Ortes im Britisch/Amerikanischen Krieg (1812/13) erfahren.

Jeder Hafenaufenthalt wird genutzt um die Lebensmittelvorräte aufzufüllen, Wäsche zu waschen und das Schiff zu putzen und kleinere und grössere Unterhaltsarbeiten auszuführen.

Inzwischen war der Wind auch wieder etwas manierlicher geworden und wir segelten in den Magothy River. Im Dividing Creek setzten wir den Anker. Annapolis das Segelmekka ist unser nächstes Ziel. Hier werden wir eine Woche bleiben, da unser Crewmitglied wegen eines Familienfestes nach Hause fliegen muss.

Annapollis ist eine Stadt mit einem "alten" Stadtkern. Hier hat es noch Häuser aus der Zeit um 1780.

Annapolis war vom 26.11.1783 – 13.8.1784 die Hauptstadt von Amerika und hat deshalb ein Miniatur-capitol.

Auf dem Landweg mit dem öffentlichen Bus besuchten wir für einen Tag Baltimore. Diese Stadt ist im Zentrum modern mit sehr ansprechenden Quaianlagen und in der Hauptsaison muss hier ein reger Touristenbetrieb herrschen. Wir nutzen die Gelegenheit in einem der grössten Seekartenhandlungen unser Kartenmaterial für die nächsten Monate zu ergänzen.

Zurück in Annapolis verbringen wir einen ganzen Tag ( inklusive instruktive Führung) in der United States Naval Academy. Hier findet die vierjährige strenge Ausbildung der Marineoffiziere ( 4000 Frauen und Männer) statt. Alle Gebäude sind riesig und sehr gepflegt, eine grosse eigene Kathedrale steht auf dem Areal und sämtliche Sportmöglickeiten sind vorhanden ( Indoor – Olympiaschwimmbad, Tennisplätze, Leichtathletik- und Fussballfelder, eigener Hafen mit unzähligen Jollen und Jachten usw.) und auch ein eigenes Spital. Und all das ist eingebettet in einen sehr grossen Park.

Wenn wir schon so nahe an Washington DC sind, wollen wir auch die Hauptstadt sehen. Wir reisen wieder mit Bus und Metro nach Washington D.C. und verbringen dort 3 Tage. Diese Stadt ist im Gegensatz zu N.Y. ruhiger, bedächtiger und vornehm. Hier hat's keine Wolkenkratzer, sondern "nur" grosse Bauten im klassizistischen Stil. Das Lincoln Memorial gleicht einem griechischen Tempel. An die amerikanischen Dimensionen habe ich mich noch nicht so richtig gewöhnt, alles ist so riesig.

Eine Stadtrundfahrt gibt uns einen ersten Überblick, d.h. wir können während einem Tag die Fahrt immer wieder unterbrechen und etwas anschauen. Einige der Museen (Naturhistorisches, Kunst-) besuchen wir am nächsten Tag. Nur zu schnell vergehen die drei Tage.

Nach einer Hafenwoche wollen wir Annapolis wieder verlassen, aber wir kommen nicht weit. Kaum sind wir unterwegs, stellen wir fest, dass die Windanzeige und der elektronische Kompass nicht mehr funktionieren. Wieder fahren wir nach Annapolis zurück, denn da hat's die besten Reparaturmöglich-keiten.

Am nächsten Tag geht es dann doch weiter und wir erreichen den Chester- und Corsica River. Schon beim Start hat es zu nieseln begonnen und es regnet immer heftiger den ganzen Tag und auch noch die ganze Nacht vor Anker im Emory Creek. Wir sind recht nass und ich bin froh, dass im Verlaufe des nächsten Tages die Sonne kommt und ich alles trocknen kann. Wir bleiben noch einen weiteren Tag hier. Es ist so ruhig und schön. Am Ufer stolzieren Reiher, Raubvögel kreisen über dem Wasser und am Himmel ziehen Scharen von lärmenden Wildgänsen vorbei. Der Chester River hat noch so viele Seitenarme, so dass wir nicht allzu weit segeln müssen bis zu unserem nächsten Ankerplatz im Langford Creek, East Fork. Unser Anker fällt auf 10 ft Wassertiefe und da der Tidenhub nur gut 1 ft ist, sollten wir bei Ebbe noch schwimmen. Das Ende des Creeks ist nur mit dem Beiboot zu erforschen.

Der South River, Harness Creek ist unser nächstes Etappenziel. Wir segeln im Chester River, welcher s-förmige Kurven macht unter Grosstuch und Furlig-Genua. Den neuen Segelkurs nach einer der Kurven gebe ich vom Navigationstisch aus dem Rudergänger durch: 132 Grad Kompasskurs nach der Untiefenmarkierung. Plötzlich gibt’s einen Ruck und das Schiff steht. Wir sind aufgelaufen. Grosstuch runter, Motor ein, Rückwärtsgang und wir kommen frei. Was war passiert: der Rudergänger hat vor sich hin geträumt und ist an Stelle der 132 Grad 145 gelaufen, direkt auf die Untiefe hinter der Markierung. Zum Glück hat es in der Ch.Bucht kaum Felsen, sondern nur Schlick und Sand shoals.

Der Harness –Creek ist sehr schmal und von bewaldeten Ufern umgeben. Eine kleine Seitenbucht ist nur durch eine schmale Einfahrt zu erreichen, die Ufer steigen noch an und sind von noch höheren Bäumen umgeben. Dies ist ein sogenanntes Hurricane hole, hier könnte man sich spinnenartig bei einem drohenden Hurrikane verspannen und wäre vor dem Wind geschützt, einzig die steigenden Wasserspiegel müssten bezüglich Leinenlänge noch beachtet werden. Diesen Teil der Bucht haben wir mit dem Beiboot erforscht.

Wir bleiben noch im South River und versuchen 3x im Crab-Creek zu ankern, doch scheint hier der Ankergrund schlecht zu sein und der Anker will nicht halten, so dass wir in den Church Creek weiterfahren. Hier hält der Anker gut. Beim Ankermanöver hören wir ein wunderbares Glockenspiel, welches mit verschiedenen Melodien den Mittag einläutet. Woher es kommt finde ich nicht heraus, aber sicher heisst diese Bucht wegen dem Glockenspiel Church Creek. Hier ist es ruhig und friedlich. Langsam färben sich die Bäume herbstlich und wir sind froh um jeden wärmenden Sonnenstrahl.

Wieder ist eine Marina fällig, mein Kühlschrank ist bezüglich frischem Gemüse recht leer.

Wir laufen deshalb London Towne, Pier-7-Marina an ( noch immer im South River). Zum Einkaufen wandern wir 20 Minuten, zur Wäscherei 25 und zur Bibliothek ( Internetzugang zum Erledigen der Mails) 35 Minuten. Nach zwei Hafennächten verschieben wir uns nur wenige Meilen südwärts in die Selby Bay. Diese liegt an der Mündung des South Rivers in die Chesapeake Bay. Da diese Bucht relativ weit offen ist und am Sonntagabend ein recht reger Motorbootverkehr herrscht, rollen wir bis zum Einbruch der Dunkelheit hin und her. Am folgenden Tag segeln wir quer über die Ch-Bay auf die Ostseite in die East Bay und etwas weiter in den Wye East River wo unser Anker im Dividing Creek fällt. Wir messen 0,3m Wasser unter dem Kiel und haben noch nicht Niedrigwasser. Wir wissen, dass es sicher knapp wird bei Ebbe und kontrollieren im Verlaufe der Nacht 2-3x. Das Messinstrument zeigt morgens um 2 Uhr 0,00 m an, wobei wir noch schwimmen. Wahrscheinlich sind die untersten Wasserschichten so trüb, oder der Morast ist so flüssig, dass das Messinstrument nur noch ungenau misst. Am folgenden Morgen ankern wir im gleichen Creek etwas weiter vorne bei der Einfahrt. Hier ist es wunderbar, nur Naturufer, Vogelstimmen, Windgeräusche und das Plätschern des Wassers wenn die Fische springen. Nachts wölbt sich ein klarer Sternenhimmel über uns und beschert uns eine kalte Nacht. Nach zwei Ankernächten segeln wir in den Milles River nach St. Michaels. Der Milles River mündet ebenfalls in die East Bay. Das kleine Städtchen hat einen grossen Charme, noch hat es die typischen kleinen Holzhäuser und mehrere Kirchen. Hier finden wir wieder eine öffentliche Library und können ungehindert ans Internet. Leider haben wir für das sehr interessante Museum wenig Zeit. Die Geschichte der Chesapeake Bay als Austernfanggebiet, als Entenjagdgebiet und als früher wichtiger Verkehrsweg mit Dampfschiffen und auch als Erholungsgebiet mit besonderer Fauna wird in mehreren Gebäuden dargestellt. Von Baltimore nach Norfolk verkehrten früher grosse Dampfer, welche abends Baltimore verliessen. Unterwegs wurde dann in einem wunderschönen Esssaal getafelt und in luxuriösen Kabinen geschlafen, damit man bei der Ankunft in Norfolk am Morgen ausgeruht war. Auch ein altes Light House ist vorhanden. Es sieht aus, wie ein Hexenhäuschen auf Stelzen im Meer draussen und wurde von einem Leuchtturmwächter bewohnt, der die Petrol- oder Oellampe, welche hinter riesigen ineinander kombinierten Linsen einige Meilen aufs Meer hinaus leuchten mussten, immer auffüllen musste.

Während der Nacht setzte Regen ein und dauerte noch weitere 36 Std. an. Wir wurden wieder sehr nass, bis wir Milles River aufwärts im Hunting Creek ankerten. Es ist nun so kühl und auch oft nass, dass wir die Mahlzeiten nun im Salon und nicht mehr draussen einnehmen konnten.

Unser nächster Tag ist länger, vor uns liegen 52nM wieder an die Westküste der Ch.Bay in den Patuxent River resp. zu den Solomons Island.

Bei beginnender Dämmerung suchen wir uns etwas weiter flussaufwärts, weg von den vielen Häfen einen ruhigen Ankerplatz. Solomons ist wieder ein Segelmekka, Hafen reiht sich an Hafen und die Infrastrukturen sind gut. Wir haben an den elektronischen Instrumenten immer wieder Fehlanzeigen und schon sehr lange Zeit ein Geräusch am Motor, welches wir hier nochmals( frühere Mechaniker haben einfach nichts gefunden) kontrollieren lassen wollen. Nach dem Weekend legen wir in der Zahniser's Marina an, um die Handwerker aufs Schiff zu holen. Sie kommen wirklich und der Mechaniker findet etwas: das Getriebe rastet nicht richtig ein, d.h. es muss ausgebaut werden und die Reparatur wird eine Woche dauern. So liegen wir nun am Steg und warten bis alles geflickt ist. Zum Glück ist es eine recht komfortable Marina, gute saubere Duschen, Laundry. Die Einkaufsmöglich-keiten sind zu Fuss erreichbar, nur für die Library brauchen wir den Bus zu nehmen. Inzwischen ist das Wetter wieder schlecht, es regnet und stürmt und ist kalt. Es ist nun auch hier richtig Herbst geworden.

Ende Oktober wollen wir in Norfolk sein und bei einer günstigen Wetterlage, wenn keine Tropical Storms oder Hurrikans sich auf der Wetterkarte zeigen südwärts nach Bermuda und dann weiter nochmals in die Karibik segeln.

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