Portugal - Lanzarote
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Wieder bin ich ein Stück weiter gekommen. Am Montag 12.11.01 sind wir von Lagos im Süden Portugals in Richtung Kanarische Inseln gestartet. In knapp 4 Tagen und Nächten sind wir nach 636 Seemeilen in Puerto Calero auf Lanzarote eingetroffen. Auf der ganzen Strecke hatten wir sehr schönen Wind teilweise bis 32 Knoten. Das Schiff lief gut, schaukelte aber wieder häufig nach allen Seiten. Diesmal war es mit nur immer etwas übel. In der Nacht rauschte das Wasser so schnell am Schiff vorbei, dass das Einschlafen in der ersten Nacht schon etwas dauerte. Irgendwie machte das Schaukeln und die Übelkeit sehr müde, so dass ich tagsüber oft in meinen Freiwachen schlief, was eher atypisch für mich ist.

Das eingekaufte Essen reichte sehr gut, wir hatten eigentlich zuviel. Alle (nicht nur ich) assen weniger und durch die Wachen gabs auch nur eine gemeinsame Nachtessenszeit, die andern Malzeiten nahm jeder nach Wacheschluss individuell ein. Tagsüber dauerte die Wache 4 Std. und in der Nacht 3 Std. Zu Beginn der Reise war es in der Nacht erheblich kalt, nach 2 Tagen änderten sich die Temperaturen langsam, denn der Wind brachte zunehmend wärmere Luft von Afrika her.

Am Freitagmorgen liefen wir dann Lanzarote an. Nach dem Aufklarieren des Schiffes und Ausschlafen erkundeten wir per Mietauto die Insel. Es gibt keine Möglichkeit mit einem öffentlichen Verkehrsmittel mobil zu sein.

Die Insel ist vulkanischen Ursprungs, trocken und farblich zwischen Schwarz, Rot und Ocker. Niederschläge gibt es sehr wenig. Mit viel Arbeitsaufwand und Liebe versuchen die Bauern dem trockenen Boden etwas abzuringen. In einer kleinen Grube von einem Mäuerchen windgeschützt und mit vulkanischem Granulat als Feuchtigkeitsspeicher umgeben (wie bei uns das Prinzip der Hydrokulturen) gelingt es sogar Reben wachsen zu lassen. Trotzdem ist Grün (ausser Palmen und Kakteen) eine seltene Farbe. Ich habe mich gewundert, dass es gerade bei unserem Aufenthalt in den letzten 4 Tagen immer wieder einmal geregnet hat.

Der vulkanische Nationalpark ist sehenswert. Eine imposante Landschaft aus erstarrten Lavaströmen, eingefallenen Kratern und das zaghafte erneute Ausspriessen der Natur auf den Aschebergen.

Die Inselbewohner leben vor allem vom Tourismus.

Die letzten zwei Tage waren von den Vorbereitungen für die Atlantiküberquerung geprägt:

Lebensmittel für 3-4 Wochen einkaufen, stauen und auch einige Mahlzeiten (vor allem Eintopfgerichte) vorkochen, man weiss ja nie wie ruppig die Überfahrt sein wird.

Unser nächstes Ziel ist die Karibik, wahrscheinlich Antigua oder auch Martinique. Ich glaube, dass es eher Martinique sein wird, da etwa zum gleichen Zeitpunkt über zweihundert Schiffe von Gran Canaria nach Antigua starten werden (ARC Rallye). So wird der Hafen resp. die Rodney Bay auf Antigua völlig überfüllt sein.

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